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Fokussieren in der Landschaftsfotografie einfach gemacht

Bei der Portraitfotografie stellt man auf die Augen scharf. Das weiß man. Aber wo zum Henker fokussiert man bei der Landschaftsfotografie?

Landschaften haben keine Augen. Auf was stellst du denn jetzt scharf?

Wenn du ein Porträt fotografierst, weißt du bestimmt genau, worauf du scharf stellen musst, oder? Auf die Augen des Porträtierten natürlich. Bei bei der Landschaftsfotografie ist das ein bisschen blöd. So eine Landschaft hat keine Augen. Höchstens mal ein paar Altölaugen auf einer Wasseroberfläche.

Warum lieben wir Landschaften? Wir lieben sie wegen ihrer Erhabenheit und weil es so viele Dinge gibt, die in einem einzigen Bild zu entdecken und zu betrachten sind. Das macht aber auch das Fokussieren etwas schwieriger – es gibt oft kein einzelnes, einsames Motiv. Wo fokussiert man denn dann?

Ich habe hier für dich drei einfache Tipps, die dir das Scharfstellen von Landschaften weniger zu einem Rätsel als vielmehr zu einem Erfolg machen.

1. Nutze die gute alte Drittel-Regel

In vielen Fällen verwendest du wahrscheinlich ein Weitwinkelobjektiv für deine Landschaftsfotografie. In dem Fall, hast du einen guten Teil des Vordergrundes im Bild, und weil er auf dem Foto so hervorstechend ist, ist es wichtig, dass der Vordergrund schön und scharf ist. Natürlich soll auch der Mittel- und Hintergrund scharf sein, daher ist eine gute Schärfentiefe unerlässlich.

Wat? Wie heißt dat?
Ob es jetzt Schärfentiefe, Tiefenschärfe, Schiefentärfe oder wie auch immer heißt, darüber streiten sich die Geister. Meiner Meinung nach gibt es keine Schärfe der Tiefe, wohl aber eine Tiefe der Schärfe. Deswegen verwende ich hier den Begriff Schärfentiefe.

Anstatt den Fokuspunkt jedoch auf die Hälfte der Szene zu legen, solltest du ihn nach unten verschieben, bis er etwa ein Drittel vom unteren Bildrand entfernt ist. Auf diese Weise wird die Schärfentiefe eines Weitwinkelobjektivs maximiert, was zu einem Bild führt, das von nah bis fern so scharf ist, wie es sein sollte.

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Am Beispiel des obigen Bildes sollte der Fokuspunkt nahe der Horizontlinie liegen. An diesem Punkt ist der Steinhaufen im Vordergrund gestochen scharf, ebenso wie die Berge im Hintergrund. Die Tiefenschärfe wurde so maximiert, dass alle Elemente der Landschaft scharf und klar fokussiert sind.

2. Denk nochmal nach, bevor du den Fokus auf Unendlich setzt

Oft ist die Fokussierung auf Unendlich kein Thema, zum Beispiel wenn man weit entfernte Elemente wie Berge fotografiert. Solange das nächstgelegene Element der Szene mehr als 30 Meter entfernt ist, sollte das Fokussieren auf Unendlich problemlos funktionieren.

Wenn sich jedoch Vordergrundelemente in deiner Nähe befinden, könnte die Fokussierung auf Unendlich diese Elemente in Unschärfe versetzen, was eindeutig nicht so ideal ist. Um das zu vermeiden, kannst du kompliziertere Methoden wie die Bestimmung der hyperfokalen Distanz verwenden, die angibt, wie nah du den Fokuspunkt festlegen kannst, während du alles im Hintergrund scharf hältst. Da jedoch die Zeit manchmal von entscheidender Bedeutung ist, zum Beispiel, wenn sich Wolken bewegen oder sich die Farben ändern, ist es eine schnellere Methode, den Fokus auf unendlich zu setzen und ihn dann durch Drehen des Objektivs um 5-10 Grad zu verkleinern. Das ist zwar nicht ganz präzise, aber dadurch sollten die Vordergrundelemente scharf gestellt werden, während die Schärfe im gesamten restlichen Bild erhalten bleibt.

3. Probier’s mal mit Focus-Stacking

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Vorder-, Mittel- und Hintergrund

Obwohl der Begriff Focus Stacking beängstigend klingen mag, ist es eigentlich ganz einfach. Im Grunde genommen macht man mehrere Aufnahmen desselben Motivs, jede mit einem anderen Fokuspunkt. Dann kombiniert man die Bilder in der Nachbearbeitung zu einem einzigen Bild, das vom Vorder- zum Hintergrund scharf ist.

Idealerweise arbeitest du mit einem Stativ. Du musst nur die gewünschte Aufnahme “einrahmen” und deine Kamera auf eine Blende einstellen, die den Sweet Spot deines Objektivs ausnutzt, d. h. die Blende, bei der es am schärfsten ist. Der Sweet Spot variiert von Linse zu Linse, aber eines ist konstant: der Sweet Spot ist niemals die weiteste oder engste Einstellung des Objektivs. Nimm etwas in der Mitte, zum Beispiel f/8. Dann nimmst du ein Bild mit dem Fokus in deiner Nähe auf, z. B. ein Drittel über dem unteren Bildrand. Mach dann zwei weitere Aufnahmen, eine in der Mitte und eine weitere bei der Drittel-Marke von der Oberkante des Bildes.

Für die Nachbearbeitung, das Verrechnen der Aufnahmen, verwendest du zum Beispiel Photoshop oder Lightroom, um die Bilder zusammenzufügen.
Beachte aber, dass diese Methode nicht funktioniert, wenn sich Motive bewegen, und dass es aufgrund der Bewegungen beim Drehen des Fokussierrings zwischen den einzelnen Aufnahmen zu leichten Abweichungen in der Komposition kommen kann. Nichtsdestotrotz kann das Stacking zu qualitativ hochwertigen Bildern führen, die durchgehend gestochen scharf sind, ebenso wie das Herunterregeln des Fokus aus der Unendlichkeit und die Anwendung der Drittel-Regel. Welche Methode du auch immer verwendest, kannst du erwarten, dass deine Bilder aufgrund Ihrer verbesserten Fokussierungsbemühungen einen besseren Schärfebereich aufweisen.

Konntest du ein bisschen was mitnehmen aus diesem Artikel? Das würde mich freuen, und meine Arbeit war nicht umsonst.

Dein

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