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Work-Life-Balance ist Bullshit

Ich erlaube mir meine eigene Sichtweise

Fast keine Frage wird so oft gestellt wie diese: „Wie regelst du deine Work-Life-Balance?“ What? Warum redest du nicht deutsch mit mir? Auch wenn ich selbst mal gerne fucking Anglizismen und geliehene Kraftausdrücke verwende, heißt das nicht, dass ich mich mit jedem Mist auskennen muss. Okay, ich habe dann mal Google bemüht und mich belesen, was es denn mit dieser „Work-Life-Balance“ so auf sich hat. Eine einfach und klare Antwort auf die Frage zu finden, wie ich dieses Ding denn nun für mich interpretiere und vor allem, wie ich das regele, fällt mir schwer.

Für mich ist dieses allgemein gebräuchliche Konzept der Work-Life-Balance Bullshit. Punkt. Dabei könnte ich es jetzt belassen, aber erstens wäre dann dieser Text hier schon zu Ende und zweitens hätten wir dann immer noch keine Antwort. Weil ich faul bin, nenne ich die Work-Life-Balance ab jetzt einfach WLB. Ich hoffe, das ist okay für dich. Impliziert das, was wir als WLB bezeichnen, nicht automatisch, dass eines von beiden falsch ist und dass wir das eine mit dem anderen ausgleichen müssen? Ja, es impliziert sogar, dass Arbeit (work) auf der bösen, negativen Seite steht und Leben (life) auf der anderen, der guten. Das lässt es doch so aussehen, als würden die beiden Seiten gegeneinander um deine Aufmerksamkeit buhlen und dein Wohlergehen beeinflussen, oder?

Aber sind Arbeit und Leben getrennt? Nein. Sie sind ein und dasselbe. Es gibt nämlich nur eins, man nennt es LEBEN. Arbeit ist ein Teil meines Lebens, kein Feind oder Gegner. Familie ist wichtig. Freunde sind wichtig. Aber Arbeit ist ein großer Teil dessen, was mich als Mensch, als Individuum ausmacht. Ja, ich glaube sogar, Arbeit ist der wichtigste Teil des Lebens. Nicht nur meines Lebens.

Ich bin mir sicher, Arbeit ist der Grund, warum ich morgens aufstehe. Sie ist das, was ich liebe und womit ich die meisten Tage meines Lebens verbringe. Manch einer wird jetzt denken, ich hätte leicht reden, weil ich als Unternehmer jeden Tag selbst und frei entscheiden kann, was ich arbeiten will. Ja, das ist zu einem gewissen Teil sicherlich richtig, aber das war auch bei mir nicht immer so.

Ich glaube ganz fest daran, dass jeder Mensch in seinem Leben das tun kann, was er liebt und was ihm Spaß macht.

Letztendlich ist es doch nur dann „Arbeit“, wenn du nicht magst, was du tust. Du empfindest es so. Wenn du das, was du tust, liebst und es dir Spaß macht, fühlt es sich nicht wie Arbeit an. Und ja, du brauchst tatsächlich „Balance“! Und zwar mit allem, was du tust. Aus dem gleichen Grund, aus dem du nicht jeden Tag nur Nutella essen kannst. (Vertrau mir, ich hab’s probiert. :-))

Was du nicht brauchst, ist Life-Work-Balance, denn wenn es so wäre, müsstest du ja wenigstens eines von beiden drastisch ändern. Was dann wiederum bedeuten würde, dass du deinen Job ändern oder wechseln musst (ja, das geht!) oder du betrachtest deinen Job einfach mal aus einer anderen Perspektive. Vielleicht magst du deinen Job ja auch einfach deswegen nicht, weil dir jeder dauernd erzählt, dass es cool ist, das zu hassen, was du von Montag bis Freitag machst.

Schau dich doch einfach nur mal in den sozialen Medien um, wie die Menschen den Freitag feiern und sich auf die Wochenenden freuen und den Montag hassen. Sollte es nicht eigentlich andersrum sein?

Stell dir vor, wir würden alle genau das gerne tun, was wir tun, wir würden es lieben. Wir wären traurig, wenn Freitag ist, weil wir dann unterbrechen müssten, was wir lieben. Blöd, oder?

Ich will nicht behaupten, dass es falsch wäre, auch mal eine Pause zu machen und eine Auszeit zu nehmen, aber wie sehr die „Gesellschaft“ den Montag verflucht, macht mir schon fast ein bisschen Angst.

Wenn ich etwas zu sagen hätte, sollten wir alle den Montag feiern, weil die Welt dann wieder erwacht. Wir können arbeiten, etwas schaffen, etwas erreichen und vor allem: Tun, was wir lieben!

PS: Ich würde es lieben, wenn dir mein Beitrag gefällt und du ihn mit deinen Freunden teilst. Danke.

Dein

Hochzeitsreportage