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Fotografen, die keine Begleitperson erlauben, sind unseriös

und andere dämliche Aussagen

Doch. Wenn du zu einem Fotoshooting gehst, musst du auf jeden Fall eine Begleitperson mitnehmen. Warum? Der Fotograf könnte ein gesuchter Axt-Mörder sein. Es könnte sein, dass er sonst im Leben keine Frau abbekommt und mithilfe eines Fotoshootings eine Beischlafpartnerin sucht. Zu zweit findet man sowieso das Studio schneller… Es gibt eine ganze Reihe von „Argumenten“ für eine Begleitperson beim Fotoshooting. Die meisten davon sind allerdings der totale Schwachsinn.

Fangen wir harmlos an: Ein wenig differenzieren kann man schon.

Eins vorweg: Wenn der Fotograf unbekannt ist, sich im Internet nichts über ihn recherchieren lässt (Webseite, Impressum etc.), oder wenn du von Anfang an ein mulmiges Gefühl hast, solltest du als Model auf ein Shooting verzichten. Wenn du es gar nicht lassen kannst und trotzdem unbedingt mit ihm shooten willst, dann nimm jemanden mit. Wenn du angekommen bist und das ungute Gefühl weg ist, solltest du die Begleitperson zum Kaffeetrinken schicken.

Egal, ob du als Model zu einem bezahlten Shooting gehst, oder zu einem TfP-Shooting: Das Shooting ist ein Job. Ich glaube nicht, dass du zu deinem täglichen Job – zum Beispiel im Büro – eine Begleitperson mitnimmst, oder? Zu einem Job geht man alleine.

Mich persönlich stören bei größeren Shootings Zuschauer nicht. Da sind ganze Teams mit Visa/Makeup-Artist, Frisör und noch ganz andere Figuren vor Ort. Bei einem Einzelshooting im Studio sieht das anders aus. Ich erwarte 100% vom Model. Genauso, wie wir als Fotografen 100% geben. Das heißt zum Beispiel volle Konzentration und keine Ablenkung durch Freund, Freundin, Mann, Mama, Oma oder weiß der Geier wen. Immer wieder hören wir zudem von erfahreneren Models, dass Begleitpersonen unnötig ablenken und die Konzentration deutlich beeinträchtigt ist. Wollen wir das? Nein.

Ganz nebenbei geht es mir tierisch auf den Sack, wenn das Model ständig zu ihrer Begleitperson schaut und sich ablenken lässt. Nicht weniger nervig ist die Pflegeperson Begleitperson, die dauernd am Model rumzupft oder mit Sprüchen wie „mach mal die Haare nach hinten“, „guck mal nach rechts“ und anderem dummen Zeugs den Ablauf stört.

Wenn ich Sätze höre wie: „Ich kenne Dich ja nicht und weiß nicht, was für ein Typ Du bist“, sorry, dann wirst du es auch nicht herausfinden. Dann bin ich persönlich an dem Punkt, wo ich ein Shooting ablehne. Denn dann fehlt die grundsätzliche Basis für eine Zusammenarbeit. Wir sind als professionelle Fotografen transparent. Wir haben Internetseiten mit Impressum, einen ordentlich angemeldeten Firmensitz, und wir lassen uns nicht auf dubiose Treffpunkte an geheimen, abgelegenen Orten ein. Wir shooten ausschließlich mit Vertrag. Wir sind fair – das erwarten wir auch von Leuten, mit denen wir zusammenarbeiten.

Bei Shootings bei uns im Studio oder auch outdoor, sind wir grundsätzlich zu zweit – Männlein und Weiblein. Einer fotografiert, der Andere assistiert, stellt das Licht ein, kümmert sich um die Technik. Meine Kollegin gibt Posingtipps, achtet auf die Details, dass Klamotten und Haare sitzen und kocht Kaffee. 😉

Ich gebe in diesem Artikel keine grundsätzliche Leitlinie, wie irgendjemand ein Shooting handhaben soll oder gar muss. Sicher wird es den einen oder anderen Fotografen geben, der manche Dinge anders handhaben wird. Wir haben im Laufe der Jahre und Jahrzehnte die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. Sowohl positive als auch negative. Aus diesen Erfahrungen haben wir gelernt, daraus hat sich unsere Einstellung entwickelt. Und wir fahren gut damit. Am Ende gilt sowieso: Take it or leave it.

Wie immer: Wenn dir meine Gedanken und meine Worte gefallen oder sogar ein bisschen weitergeholfen haben, würde ich mich freuen, wenn du diesen Artikel mit Anderen teilst. Dann hat sich auch meine Arbeit gelohnt. Danke.

Dein

Hochzeitsreportage